Der Ratsbeschluss vom 22.9.2011 zum Bplan 704, der eine gemäßigte Innenbebauung im nördlichen Teil des Blocks Schönwasserstraße / Schreberstraße / Grotenburgstraße zulässt, hat bei einigen Anwohnerinnen und Anwohnern einen Sturm der Empörung ausgelöst. Es ist die Rede von Naturzerstörung, Vertreibung der dort lebenden Tierwelt und verzweifelten Menschen, die um ihre Naturidylle, teilweise sogar um die Entfaltungsmöglichkeit ihrer Kinder fürchten. Da insbesondere wir Grünen in diesem Zusammenhang stark angegriffen werden, möchte ich unsere Beweggründe, diesen Bebauungsplan zu unterstützen, darlegen.
Seit Beginn unserer Ratsbeteiligung in den 80er Jahren kämpfen wir gegen die stetige Versiegelung von Landschaft an den Rändern von Krefeld. In Nordrhein-Westfalen werden täglich mehr als 11 ha Landesfläche verbraucht, um Straßen und Gebäude zu bauen. Bei uns in Krefeld sieht es nicht anders aus. Von Jahr zu Jahr verschwindet Landschaft auf Kosten von Siedlungen und Straßen, unsere Stadt wächst unaufhaltsam mit anderen Gemeinden zusammen, weil die Flächen dazwischen zugebaut werden. (Beispiel Fischeln, Hüls, Inrath/Hummelwiese, Schicksbaum etc.) Um weiterer Zerstörung von Natur- und Ackerflächen Einhalt zu gebieten, setzen wir u.a. auf maßvolle Verdichtung unserer innerstädtischen Wohngebiete, wobei jede Verdichtung im Einzelnen betrachtet und beurteilt werden muss.
Im Falle des noch einmal überarbeiteten und schließlich auch vom Rat verabschiedeten Bebauungsplans 704 sind wir mit der Krefelder Planungsverwaltung der Ansicht, dass eine Verdichtung im nördlichen Teil des Blocks Schönwasserstr / Schreberstraße / Grotenburgstraße mit maximal 11 Wohneinheiten für die Umwelt verträglich und für die Anwohnerinnen und Anwohner zumutbar ist. Durch den neuen Bplan erhalten hauptsächlich die Grundstücksbesitzer ein Baurecht, die darum gebeten haben. Die meisten kritischen Stellungnahmen innerhalb der frühzeitigen Öffentlichenkeitsbeteiligung zum Bplan 704 kamen von Bewohnern aus dem südlichen Teil des Blocks, der aber gar nicht von einer künftigen Bebauung beeinträchtigt wird. Die Zufahrt zu dieser Innenbebauung würde über ein Grundstück im nordwestlichen Teil des Blocks, das sich derzeit noch im Besitz der Stadt Krefeld befindet, erfolgen.
Bei allem Verständnis über die Trauer, Empörung und Wut der Anwohner, die sich durch diese künftige Bebauung gestört und bedroht fühlen, glaube ich dennoch, dass diese innerstädtische Bebauung unter ökologischen Aspekten wesentlich sinnvoller ist, als eine weitere Siedlung auf der grünen Wiese am Rande unserer Stadt.
Heidi Matthias, Ratsfrau und Bezirksvertreterin für den Bezirk Krefeld Ost












